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Samstag | 14. März | 18:00 Uhr

Johann Sebastian Bach
Johannespassion BWV 245

Simone Schwark, Sopran
Seda Amir-Karayan, Alt
Georg Poplutz, Evangelist / Arien
Michael Roman, Bass
Raimund Nolte, Jesusworte
Ulrike Walther, Sprecherin
Olaf Pyras, Percussion

Main-Barockorchester
Kurhessische Kantorei Marburg

Leitung: Uwe Maibaum

Karten: 28 Euro / 22 (erm. 18) Euro / 16 (erm. 12) Euro / 10 Euro
Vorverkauf nach Möglichkeit online über www.kurhessische-kantorei.de und in der Küsterstube der Elisabethkirche


PRESSEMITTEILUNG

Johannespassion von Johann Sebastian Bach
Großes Passionskonzert mit gegenwärtigen Akzenten

Am Samstag, den 14. März, um 18 Uhr, erklingt in der Lutherische Pfarrkirche St. Marien die Johannespassion von Johann Sebastian Bach (BWV 245). Die Aufführung verbindet Bachs barockes Meisterwerk mit freien Improvisationen, die dem Werk einen bewusst gegenwärtigen Akzent verleihen und einen reflektierten Zugang zu dieser Passion eröffnen.

Die Johannespassion zählt zu den eindringlichsten und zugleich zugespitztesten Vertonungen der Passionsgeschichte. Mit großer dramatischer Kraft schildert Bach das Leiden und Sterben Jesu nach dem Johannesevangelium. Besonders die Turba-Chöre entfalten eine unmittelbare emotionale Wirkung, die das Werk bis heute außergewöhnlich präsent erscheinen lässt. Zugleich ist das Werk Teil einer gegenwärtigen Diskussion darüber, wie biblische Texte und ihre musikalischen Deutungen heute verantwortungsvoll gehört werden können, insbesondere im Blick auf historische antijüdische Deutungsmuster.

Die Marburger Aufführung nimmt diese Herausforderung ernst, ohne in Bachs musikalischen Text einzugreifen. An sechs markanten Stellen entstehen freie Improvisationen für Sprecherin (Ulrike Walther) Percussion (Olaf Pyras) und Klavier (Uwe Maibaum), in die Texte von Lars Hillebold integriert sind. Wort und Klang bilden hier eine Einheit und öffnen einen Reflexionsraum, der den Blick nach innen richtet: weg von Schuldzuweisungen an „die Anderen“, hin zur eigenen Verantwortung, zu Fragen von Macht, Angst und Anpassung – und zur bleibenden Verbundenheit des Christentums mit seinen jüdischen Wurzeln. Diese Passagen stehen nicht im Gegensatz zur barocken Passion, sondern treten mit ihr in einen zeitgenössischen Dialog, der Innehalten und bewusstes Hören ermöglicht.

Die Solopartien sind mit Simone Schwark (Sopran), Seda Amir-Karayan (Alt), Georg Poplutz (Evangelist und Tenorarien), Michael Roman (Bass) und Raimund Nolte (Jesusworte) besetzt.

Musikalisch getragen wird die Aufführung vom Main-Barockorchester und der Kurhessische Kantorei Marburg. Die Gesamtleitung liegt bei Uwe Maibaum, der die Johannespassion in ihrer musikalischen Größe ebenso ernst nimmt wie in ihrer historischen Chance.

So wird die Johannespassion als lebendiges Werk erfahrbar, das nicht nur erzählt, sondern befragt – und das auch heute noch zur Selbstreflexion herausfordert.

Kartenpreise:
28 Euro / 22 Euro (erm. 18 Euro) / 16 Euro (erm. 12 Euro) / 10 Euro

Vorverkauf:
nach Möglichkeit online über www.kurhessische-kantorei.de
sowie in der Küsterstube der Elisabethkirche